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Musikalische Reverenz vor dem „Philosopher of the Day“

Verleihung des Werner-Jager-Preises am Samstag in Lobberich

NETTETAL Wenn der amerikanische Philosoph und Altertumswissenschaftler Charles H. Khan (86) am Samstag, 27. September, in der Werner-Jaeger-Halle Lobberich erster Träger des Werner-Jaeger-Preises wird, dann spielt das Orchester des Gymnasiums ihm zu Ehren ein Stück mit dem Titel „Philosopher of the Day“. Orchesterleiterin Yvonne Herter räumt zwar ein, dass sie gegenüber dem Originaltitel der Wurlitzer Pipe Band den Officer gegen den Philosopher ausgetauscht hat, doch als Reverenz vor einem solch herausragenden Gelehrten sei dies wohl angebracht. Die beiden anderen Stücke sind klassisch: Zwei Sätze aus der Feuerwerksmusik von Händel und der Torero-Marsch aus der Oper Carmen von Bizet.

Der Werner-Jaeger-Preis ist vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich anlässlich des 125. Geburtstages des bedeutenden und weltweit anerkannten Altphilologen Werner-Jaeger gestiftet worden; er wurde 1888 in Lobberich geboren und lehrte in den 1920er Jahren an der Humboldt-Universität in Berlin sowie später an der Harvard-Universität in Cambridge/Boston (USA). Seit 1958 trägt das Gymnasium in Lobberich seinen Namen; er hat Anfang des letzten Jahrhunderts die Rektoratsschule, einen Vorläufer des Gymnasiums, besucht.

Der Preis, der schnell die Unterstützung des Deutschen Altphilologenverbandes und der Gesellschaft für Antike Philosophie gefunden hat, wird in zwei Kategorien vergeben: für einen erfahrenen Wissenschaftler und für einen Nachwuchsforscher. Ein Kuratorium hat die Preisträger ausgewählt, neben dem Antike-Kenner Khan den Doktoranden Christoph Hochholzer (34) von der Universität Münster. Der Preis ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert, außerdem erhalten die Preisträger eine Urkunde und eine Medaille nach dem berühmten Jaeger-Porträt von Max Liebermann.

Begleitet wird die Preisverleihung vom „1. Werner-Jaeger-Symposion zur Philosophie und Literatur der Antike“ von Freitag bis Sonntag auf Schloss Krickenbeck. Dafür sind bis jetzt 40 Anmeldungen eingegangen. Auf respektables Interesse stößt auch der öffentliche Vortrag am Freitag um 19 Uhr von Prof. Hellmut Flashar (München) über „Werner Jaeger und das Problem der Bildung“ mit bislang 60 Anmeldungen. Für den Festabend am Samstag um 19 Uhr liegen knapp 100 Anmeldungen vor. Einzelheiten des Programms sind zu erfahren unter www.werner-jaeger.de. Über diese Seite kann man sich auch noch anmelden. Der Eintritt zu Vortrag und Preisverleihung ist frei.

Wenn am Freitagabend über die Bildung spricht, kommt das Orchester zu einer letzten Probe zusammen. Gleichzeitig bereiten Oberstufenschüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums das Catering für den Samstagabend vor.

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